Unser Sustainable Cotton Programme – Primark Cares

Unser Programm für nachhaltigere Baumwolle

Wir verwenden sowohl Kunst- als auch Naturfasern, die meisten unserer Produkte werden jedoch aus Baumwolle hergestellt.

Wir kaufen keine Rohstoffe direkt ein – auch keine Baumwolle –, da unsere Lieferanten und zugelassenen Fabriken für die Beschaffung der Materialien verantwortlich sind. Allerdings achten wir sehr genau auf die Herkunft der Materialien, die für die Herstellung unserer Produkte verwendet werden.

Dieses Thema ist uns derart wichtig, dass wir uns dazu verpflichtet haben, bis 2030 alle unsere Kleidungsstücke aus recycelten Fasern oder nachhaltigeren Materialien herzustellen.

Im Fokus: Baumwolle

Baumwolle ist eine der wichtigsten Naturfasern, auf die wir für die Herstellung unserer Produkte setzen – von Schlafanzügen über T-Shirts und Babykleidung bis hin zu Jeans, Handtüchern und Bettwäsche. Deshalb bemühen wir uns, unseren Kunden mehr Baumwolle aus nachhaltigem Anbau zu bezahlbaren Preisen anzubieten.

Was verstehen wir eigentlich unter nachhaltiger Baumwolle? In unserem Fall handelt es sich um Baumwolle, die im Rahmen unseres Programms für nachhaltige Baumwolle (Sustainable Cotton Programme, PSCP) gewonnen und mit natürlicheren und regenerativeren Anbaumethoden angebaut wird, einschließlich geringerem Wasserverbrauch, weniger Pestiziden und weniger chemischen Düngemitteln. Außerdem werden die Bauer*innen in diesen Methoden unterrichtet.

Aber das ist noch nicht alles: Wir wollen, dass die von uns verwendete Baumwolle den Lebensstandard der Bauer*innen, die sie anbauen, verbessert, indem sie die Einkünfte aus der Baumwollproduktion erhöht. Wir gehen noch einen Schritt weiter: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die gesamte in unserer Lieferkette verwendete Baumwolle aus biologischem Anbau stammt, recycelt wurde oder aus unserem Sustainable Cotton Programme stammt, ohne die Kosten auf unsere Kunden abzuwälzen.

Unsere Sustainable Cotton Programm

Baumwolle wird häufig von Kleinbauer*innen in ländlichen Gemeinden in Ländern wie Indien und Pakistan angebaut. Diese Bauern wissen meist nur wenig über umweltfreundliche Anbaumethoden und haben nur begrenzten oder gar keinen Zugang zu Unterstützung oder Schulungsmaßnahmen. Deshalb haben wir uns 2013 mit den Landwirtschaftsexperten von CottonConnect und der Self-Employed Women's Association zusammengetan und das Primark Sustainable Cotton Programme ins Leben gerufen.

Das Programm ging mit 1.251 Bäuerinnen in Gujarat, Indien, an den Start. Wir haben seitdem beeindruckende Ergebnisse erzielt. Die Baumwollqualität ist besser und im Durchschnitt haben die Bauer*innen, die das dreijährige Schulungsprogramm absolviert haben, ihre Gewinne um mehr als 200 % gesteigert. Viele Bauern haben ihre Mehreinnahmen genutzt, um in die Ausrüstung ihrer Farmen zu investieren, ihre Kinder auszubilden oder ihre Wohnsituation und ihren Lebensstil zu verbessern.

Das Programm ist inzwischen in anderen Ländern angelaufen, darunter Pakistan, wo wir mit CottonConnect und einem lokalen Partner zusammenarbeiten.

Insgesamt haben wir uns verpflichtet, bis Ende 2023 275.000 Landwirte/Landwirtinnen mit dem nötigen Wissen und den Mitteln auszustatten, um Baumwolle mit nachhaltigeren Anbaumethoden anzubauen.

2017 haben wir Baumwolle aus dem Sustainable Cotton Programm erstmalig für eine unserer beliebtesten Kollektionen verwendet – Pyjamas für Frauen –, ohne dass unsere Kunden mehr dafür zahlen müssen. Seitdem haben wir den Anteil nachhaltiger Baumwolle von Jahr zu Jahr erhöht, da wir langfristig sicherstellen wollen, dass die gesamte in unserer Lieferkette verwendete Baumwolle biologisch angebaut, recycelt oder aus unserem Sustainable Cotton Programm bezogen wird. Inzwischen führen wir Nachtwäsche, Jeans, T-Shirts und Haushaltswaren aus Baumwolle, die von an unserem Programm teilnehmenden Bauer*innen angebaut wird.

Kanchanben ist eine 40-jährige Bäuerin, die im Rahmen des Sustainable Cotton Programme in Indien ausgebildet wurde. Sie baut Baumwolle auf sechs Hektaren ihres Landes an. Durch das Programm konnte Kanchanben den Einsatz von chemischen Düngemitteln halbieren und ihre Baumwollerträge steigern. Infolgedessen hat sie mehr Geld verdient, das sie nun in die Ausbildung ihrer Kinder investiert.

Forensische Wissenschaft und die Lieferkette

Die Baumwolllieferkette ist bekanntermaßen sehr komplex. Als wir das Sustainable Cotton Programme 2013 ins Leben riefen, war es eines unserer Ziele, die Rückverfolgbarkeit von der Farm bis zum Store zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit CottonConnect können wir die Baumwolle von den teilnehmenden Bauer*innen in unserer Lieferkette zurückverfolgen. Mithilfe des CottonConnect-eigenen Systems TraceBale sind wir in der Lage, die Baumwolle in der Lieferkette eindeutig zu identifizieren und zu verfolgen. Angesichts der Komplexität der Rückverfolgbarkeit wollten wir noch einen Schritt weiter gehen: Um sicherzustellen, dass ein Produkt tatsächlich aus nachhaltiger Baumwolle hergestellt wird, die von Bauern aus unserem Programm angebaut wurde, sind wir eine Partnerschaft mit Oritain eingegangen.

Oritain setzt forensische Wissenschaft ein, um die Herkunft der Baumwolle zu ermitteln und die Informationen im TraceBale-System zu validieren. Wir waren einer der ersten Einzelhändler, die mit Oritain zusammengearbeitet und diese Technologie in einem derart großen Umfang genutzt haben.

Um die Herkunft der Baumwolle festzustellen, nutzt Oritain die gleichen Methoden der forensischen Wissenschaft, die seit mehr als 40 Jahren bei kriminalpolizeilichen Ermittlungen eingesetzt werden, um zu prüfen, welche Stoffe in einem Produkt natürlich vorkommen. Je nach den örtlichen klimatischen und geologischen Anbaubedingungen enthält Baumwolle von Natur aus unterschiedliche Mengen an chemischen Elementen. Dank der Analyse der chemischen Zusammensetzung dieser Elemente kann Oritain einen einzigartigen „Ursprungsfingerabdruck“ erstellen, der nicht reproduziert werden kann.

Die Abbildung zeigt  die Vorgehensweise von Oritain bei der Validierung von Baumwollproben in unserer Lieferkette.

Bis heute hat Oritain mehr als 90 % der weltweiten Baumwolle in einer Datenbank erfasst. Stoffe und Garne können anhand des in der Datenbank gespeicherten „Ursprungsfingerabdrucks“ auf Übereinstimmung geprüft werden. Wenn dies der Fall ist, werden die Materialien als authentisch erkannt; wenn nicht, deutet dies darauf hin, dass das Produkt aus einer anderen Region stammt oder kontaminiert wurde. Oritain kann den angegebenen Ursprung der Baumwolle an praktisch jedem Punkt der Lieferkette, von der Rohbaumwolle bis zur Jeans, mit der Datenbank abgleichen und so für uns und unsere Kunden Transparenz schaffen. Wir arbeiten seit 2018 mit Oritain zur Validierung von Proben zusammen, die an unterschiedlichen Stellen der Lieferkette gesammelt werden: auf den Farmen selbst, wenn die Baumwolle den Entkörnungsprozess durchlaufen hat, und im Anschluss beim Spinnprozess. Das gibt uns und unseren Kunden Gewissheit über die Herkunft unserer Baumwolle, dass ein Produkt, das wir als aus nachhaltiger Baumwolle von Farmern aus unserem Programm herstellen, dies auch wirklich ist.