Planet – Primark Cares

Unser Einsatz für die Artenvielfalt

Artenvielfalt ist wesentlich für unseren Planeten. Als Teil unserer fortlaufenden Initiative für mehr Nachhaltigkeit bemühen wir uns nicht nur um eine Verringerung der schädlichen Auswirkungen, die die Bekleidungsindustrie auf die Umwelt hat, sondern letztendlich auch um die Wiederherstellung der Natur.

Wir waren Mitglied der (inzwischen aufgelösten) Natural Capital Impact Group des Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL), in der wir mit anderen Interessengruppen und Unternehmen Ansätze und Indikatoren entwickelt haben, um die Auswirkungen auf Biodiversität, Boden und Wasser zu messen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben wir eine Bewertung unseres Sustainable Cotton Programme vorgenommen, die uns bei der Weiterentwicklung unseres Programms helfen sollte. Zurzeit arbeiten wir mit Biodiversify, einem Beratungsbüro für Naturschutz, zusammen, um ein besseres Verständnis unserer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu erhalten. Gemeinsam führen wir eine umfassende Risikoabschätzung in Bezug auf Biodiversität entlang unserer gesamten Lieferkette durch.

Förderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft

Durch unsere Zusammenarbeit mit Biodiversify konnten wir unser Primark Sustainable Cotton Programme als einen der wichtigsten Bereiche identifizieren, in denen wir etwas bewirken können. Die Baumwollproduktion hat nachweislich Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, den Boden und das Wasser. Außerdem bedarf es für eine optimale Produktion einer gesunden, funktionierenden Umwelt. So ist beispielsweise die biologische Vielfalt des Bodens entscheidend für die Erhaltung gesunder und fruchtbarer Böden und eine konstante Wasserversorgung ist für das Gedeihen der Baumwolle unabdingbar.

Im Jahr 2013 starteten wir das Primark Sustainable Cotton Programme mit 1.251 Kleinbäuerinnen in Gujarat, Indien. Bis 2022 werden wir 160.000 Kleinbauern in nachhaltigeren Anbaumethoden geschult haben. Das Programm beinhaltet zwei Hauptkomponenten: landwirtschaftliche Schulungen und Fortbildungen zum Thema nachhaltige Lebensgrundlagen. Ziel des Programms ist es, einerseits die Umweltauswirkungen des Baumwollanbaus zu verringern und andererseits die Lebensbedingungen der Bauern zu verbessern. Die landwirtschaftliche Fortbildung behandelt jeden Aspekt des Baumwollanbaus: von der Auswahl des Saatguts über die Bodenvorbereitung, den integrierten Pflanzenschutz und das Wassermanagement bis hin zur Ernte und Lagerung.

Das Programm hat unter anderem folgende Ergebnisse erzielt:

Indien (2013-2019) Pakistan (2018-2019)
Durchschnittliche Ertragssteigerung 14 % 11,2 %
Durchschnittliche Gewinnsteigerung 205 % 26,8 %
Durchschnittliche Verringerung des Wasserverbrauchs 10 % 16,6 %
Durchschnittliche Verringerung des Einsatzes chemischer Düngemittel 25 % 21,9 %
Durchschnittliche Verringerung des Pestizideinsatzes 40 % 23,4 %

Die Schulungen werden in Zusammenarbeit mit unseren Agrarexperten von Cotton Connect und den in den landwirtschaftlichen Gemeinschaften tätigen Durchführungspartnern SEWA (Indien) und REEDS (Pakistan) durchgeführt. Die Fortbildungsmaßnahmen beinhalten Beratung und praktische Anwendung in Form von „Demonstrationsflächen“. Durch das Programm wird lokale Expertise in Bezug auf bessere Anbaumethoden vermittelt und es werden Praktiken vorgestellt, die das Interesse größerer Baumwollanbaugemeinschaften wecken sollen.

Fortschrittlicher Baumwollanbau zur Förderung der biologischen Vielfalt

Im Jahr 2020 haben Primark, CottonConnect und CISL gemeinsam Indikatoren entwickelt, um die Umweltauswirkungen des Primark Sustainable Cotton Programme zu messen. Mit diesen Indikatoren werden die von den PSCP-Bauern auf ihren Farmen angewandten Anbaupraktiken bewertet, die sich nachweislich positiv auf die biologische Vielfalt, den Boden und das Wasser auswirken.

Die Studie basiert auf einer Stichprobe von 1.408 Bauern in Gujarat. Sie ergab, dass die am PSCP-Programm teilnehmenden Bauern im Durchschnitt 43,6 % mehr landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden mit positiven Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, den Boden und das Wasser anwenden als die Bauern der Kontrollgruppe in derselben Region. Folgende Methoden wurden angewandt:

  • Anbau von Grenzkulturen
  • Fangpflanzen
  • alternierende Furchenbewässerung und Baumpflanzungen
  • Verwendung von Pheromonfallen und Klebebändern.

Der CISL-Bericht zeigte auch die Bereiche auf, in denen weitere Verbesserungen möglich sind, insbesondere im Hinblick auf die Bodengesundheit. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Verbesserung der Indikatoren aufgezeigt, indem von den Bauern Daten zu einigen zusätzlichen Bewirtschaftungsmethoden, wie z. B. der Fruchtfolge, erhoben werden.

Regenerative Landwirtschaft zur Wiederherstellung des Ökosystems

Diese Initiativen sind ein guter Anfang – aber wir können noch viel mehr tun. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, Methoden zum Schutz der biologischen Vielfalt, des Bodens und des Wassers zu etablieren, wollen uns aber nicht nur darauf konzentrieren, keinen Schaden anzurichten, sondern auch Wege finden, um die Ökosysteme der Baumwollfarmen durch einen regenerativen Baumwollanbau wiederherzustellen und zu stärken.

Darunter verstehen wir ein System von Anbauprinzipien und -praktiken, die darauf abzielen, das gesamte Farm-Ökosystem zu rehabilitieren und zu verbessern, indem der Bodengesundheit, dem Wassermanagement, dem Düngemitteleinsatz und vielem mehr Priorität eingeräumt wird. Es handelt sich um eine Anbaumethode, die die verwendeten Ressourcen optimiert, anstatt sie zu zerstören oder zu erschöpfen.

Bis zum Jahr 2030 soll 100 % der Baumwolle aus dem Primark Sustainable Cotton Programme von Landwirten stammen, die auf regenerative Anbaumethoden umsteigen. Gemeinsam mit unserem vertrauenswürdigen Partner Cotton Connect, der uns bereits bei der Umsetzung des PSCP-Programms unterstützt, entwickeln wir einen branchenführenden neuen regenerativen Kodex für die kleinbäuerliche Baumwollproduktion. Der neue Kodex zielt nach wie vor darauf ab, den Bauern eine stabile und nachhaltige Lebensgrundlage zu bieten, und stützt sich auf vier Kernprinzipien:

  • Bodengesundheit und Landbewirtschaftung
  • Wasser
  • Schädlingsbekämpfung
  • fairer Umgang mit Bauern und Arbeitskräften.

Mit diesem Kodex können wir unsere bestehende Initiative in ein regeneratives Baumwollprogramm umwandeln. Mit Pilotprojekten in Indien und Pakistan, in denen wir mit jeweils 1.000 Bauern zusammenarbeiten, um unseren Ansatz zu konkretisieren, ist der erste Schritt bereits getan. Wir werden die an unserem Programm teilnehmenden Bauern weiterhin mit einem umfassenden Schulungsprogramm unterstützen, um ihnen den Umstieg auf regenerative Anbaumethoden zu erleichtern.

Regenerative Anbaumethoden kommen nicht nur unserem Planeten, sondern auch den Bauern zugute. Unser Ziel ist es, die biologische Vielfalt auf den Farmen zu steigern, die Bodengesundheit zu verbessern, das Wasser effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Lebensbedingungen der Bauern zu optimieren.

Unsere Vision ist es, unseren regenerativen Kodex in größerem Umfang umzusetzen, um mehr zu bewirken. Wir werden weiterhin mit der Branche zusammenarbeiten, um langfristige, nachhaltige Veränderungen zum Schutz unserer Umwelt und unserer Bauern zu erreichen.