Menschen

Primark möchte den Lebensunterhalt der Menschen unterstützen, die unsere Kleidung herstellen. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir heute sind. Wir nehmen unsere Verantwortung ihnen gegenüber sehr ernst. So nutzen wir unseren geschäftlichen Einfluss dafür ...
Primark Menschen und Produktionsmitarbeiter*innen in einer Fabrik

Wie wir mit Primark-Lieferanten arbeiten

Im Rahmen unseres Primark Sustainable Cotton Programmes (PSCP) arbeiten wir weltweit mit Lieferanten, Fabriken und BAuer*innen zusammen, um die Produkte herzustellen, die unsere Kunden lieben. Jeder neue Primark-Lieferant verpflichtet sich zur Einhaltung der international anerkannten Standards unseres Verhaltenskodex. Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten und ihren Fabriken zusammen und sind mindestens einmal im Jahr vor Ort, um zu überprüfen, ob unsere Standards eingehalten werden. Tatsächlich führen unsere Teams jährlich etwa 3.000 Audits durch, um ordnungsgemäße Arbeitsstunden, Bezahlung und Rechte der Arbeiter*innen zu überprüfen.

Seit vielen Jahren investieren wir in Schulungsprogramme für unsere Fabrikarbeiter*innen und unsere PSCP Bauer*innen. Diese Programme helfen den Menschen, ihre Fähigkeiten am Arbeitsplatz zu entwickeln und gleichzeitig für ihre physische und psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu sorgen. Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren ...

Wusstest Du schon?

Unser Team Ethical Trade & Environmental Sustainability besteht aus über 130 Mitarbeiter. Sie führen in jeder Fabrik mindestens einmal im Jahr ein Audit durch.


Wie wir die Arbeiter*innen unterstützen

Wir wissen, welche Rolle wir spielen, bei der Verbesserung der Bedingungen innerhalb der textilen Industry. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern und internationalen und lokalen Experten entlang unserer Lieferkette unterstützen wir. Wir helfen unseren Zulieferern und ihren Fabriken, sicherere und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Wir wissen, dass sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen zahlreich und komplex sind. Wir nehmen uns Zeit, um zu verstehen, wo wir am besten unterstützen können und was die Arbeiter uns über ihr Arbeitsleben erzählen. Wir sind stolz auf die Ergebnisse, die wir bisher erzielt haben, auch wenn wir wissen, dass noch mehr getan werden muss. In der jüngsten Vergangenheit haben wir Arbeitnehmer*innen geholfen, ihre technischen Fähigkeiten zu entwickeln, was wiederum zu Beförderungen und Gehaltserhöhungen führte und insbesonder Frauen half, sich selbst und andere am Arbeitsplatz zu vertreten. Wir haben geholfen medizinische Beratung und psychische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, was angesichts der Covid-19-Pandemie unterstützte.

Das India Worker Empowerment Programme (IWEP) in Südindien begann mit verschiedenen Projekten für die meist gefährdeten Arbeiter*innen in der Textilbranche, vor allem Frauen und Migranten in und um Tirupur. 2017 entstand My Life. Seitdem ist das Projekt stetig gewachsen. Mittlerweile umfasst das Programm außerdem My Space, My Journey und PASS, welche sich um eine große Bandbreite von Arbeiterbedürfnissen kümmern.

My Life in Südindien unterstützt mithilfe der internationalen NGO Women Win und der lokalen Naz Foundation die Fabriken bei der Schulung der meist gefährdeten Arbeitskräfte in Bezug auf grundlegende Kompetenzen wie Sicherheit, Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz, Kommunikation und Teamwork. Die Schulungen richten sich vor allem an die Schwächsten und basieren auf einem spielerischen Ansatz, bei dem die Teilnehmer*innen durch interaktive, motivierende Prozesse lernen. Das Management der Fabriken konnte einen positive Einfluss auf die Arbeitsumgebung feststellen.

2018 haben wir das Projekt gemeinsam mit unseren Partnern ausgeweitet und ein Train the Trainer-Modul aufgesetzt, wofür Mitarbeiter*innen der Fabriken nominiert und zu My Life-Trainern ausgebildet werden. Aktuell kümmern wir uns darum, nach den Einschränkungen durch die Lockdowns wieder Präsenzschulungen anbieten zu können. Mit unseren Partnern und Fabriken haben wir Online-Training-Pilotprojekte und Präsenzaktivitäten entwickelt, bei denen die Abstandsregeln eingehalten werden können.

My Space wird gemeinsam mit dem St John’s Medical College umgesetzt. Es wurde gegründet, um Arbeiterinnen praktische Hilfe bei psychischen Problemen zu bieten. Es geht zum Beispiel darum, mit geistiger Gesundheit (mental health) verbundene Tabus und Stigmatas am Arbeitsplatz aufzubrechen. Über das Projekt werden ausgewählte Fabrikmitarbeiterinnen von medizinischen Fachleuten des St John's Medical College geschult, um Beratungen in den Fabriken anbieten zu können. Im Dialog mit Arbeiterinnen und Managern sollen Tabus und Stigmatas in Bezug auf psychische Probleme beseitigt werden. Wir kommunizieren regelmäßig mit den lokalen Teams, um die Fortschritte zu überwachen und zu besprechen. Viele Arbeiterinnen konnten bereits Unterstützung bei unterschiedlichen Problemen erhalten.

2020 haben wir ein Schulungsmodul für die Beraterinnen eingeführt, in dem es um sexuelle Belästigung geht. Die Fabriken werden ermutigt, diese geschulten Beraterinnen in ihre internen Beschwerdekomitees, den formellen Mechanismus zur Behandlung von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in Indien, zu berufen.

Während der Covid-19-Pandemie unterstützten Beraterinnen, Management und HR die Arbeiterinnen in ihren Communities weiter über die My Space-Netzwerke. Sie informierten auch über Maßnahmen zur Vorbeugung von Covid-19 und boten allgemeine Unterstützung bei psychischen Problemen.

Das PASS-Programm begann 2019 und unterstützt indische Textilarbeiterinnen in und um Tirupur ganz praktisch und mithilfe von Schulungen dabei, die ihnen zustehenden Regierungshilfen im Rahmen des Employees Provident Fund (EPF) und des Employees State Insurance-Gesundheitssystems (ESI) in Anspruch zu nehmen. Organisatoren der 'Communities' schulen Ehrenamtliche in der lokalen Community, die dann den Arbeiterinnen dabei helfen, sich für die Nutzung der Systeme zu registrieren.

Durch das Projekt erfahren Arbeiter*innen, wie sie ihre Sozialleistungen einfordern können. So konnte z.B. ein Arbeiter beim staatlichen Arbeitergesundheitssystem nach einem Arbeitsunfall eine Behandlung beantragen. Eine Arbeiterin bekam Unterstützung beim Einfordern der ihr zustehenden ESI- und EPF-Hilfen, die durch administrative Fehler verzögert worden waren. Die Community-Organisatoren tragen auch Informationen zusammen, die SAVE helfen, Betroffenen gegenüber der Regierung und anderen wichtigen Interessenvertretern eine Stimme zu geben. PASS baut auf unserem vorigen Schulungsprogrammen von Arbeiter/innen mit SAVE auf, das 2010 begann.

2019 begannen wir nach den positiven Ergebnissen in Südindien mit der internationalen NGO Women Win und der lokalen NGO Girl Determined, das My Life-Projekt auch in Myanmar umzusetzen. Sowohl die politischen Entwicklungen, als auch die Auswirkungen der Covid-19-Maßnahmen stellten eine große Herausforderung für die Implementierung des Projekts dar. Schließlich wurde das Projekt darauf ausgerichtet, Mitarbeiterinnen und ehemaligen Mitarbeiterinnen zu helfen, geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung in ihrem eigenen Leben und in der Community zu verstehen und zu thematisieren. Durch My Life haben Frauen gelernt wie man aktuell und in Zukunft geschlechtsspezifische Gewalt am besten thematisiert. Die im Projekt geschulten Personen sollen als Vermittler/innen den Fabriken helfen, effektive Strategien für die Vermeidung und den angemessenen Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu entwickeln.

Dieses Projekt entstand gemeinsam mit Impactt und Women Win und mit finanzieller Unterstützung durch das britische Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministeriums (Vulnerable Supply Chains Facility). Das Programm thematisierte die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf finanzschwache und am meist gefährdete Arbeiterinnen in globalen Lieferketten. Es stellte sich den unmittelbaren und langfristigen Herausforderungen in Bezug auf Beschäftigung, Lebensunterhalt und Einkommen der Arbeiterinnen im Bekleidungssektor in Myanmar. Dieses innovative Programm stellte an Bedingungen geknüpfte Barauszahlungen, Schulungen auf Fabrikebene und Unterstützung für Community-ORganisationen bereit, um geschlechtsspezifische Probleme arbeitender Frauen anzugehen. Leider musste das von der britischen Regierung finanzierte Projekt aufgrund von den Ereignissen in Myanmar vorzeitig abgebrochen werden. Trotzdem konnten wir viel lernen und diese Erfahrungen bei verschiedenen, von der Vulnerable Supply Chains Facility organisierten branchenweiten Veranstaltungen teilen.

Das Sudokkho-Projekt wurde von der britischen und der Schweizer Regierung finanziert und ist ein Beispiel dafür, wie wir Mitarbeiterinnen, vor allem Frauen, in unserer Lieferkette beruflich fördern. Durch eine strukturierte Schulung vor Ort können Fabriken neue und bereits vorhandene Nähmaschinenbedienerinnen besser einarbeiten. Die meisten in diesem Projekt geschulten Arbeiterinnen bekommen die Möglichkeit, befördert zu werden und mehr zu verdienen. Das bedeutet, dass die überwiegend weiblichen Teilnehmer des Programms neue Kompetenzen erwerben, die ihnen bessere Verdienstchancen eröffnen. Seit 2016 hat das Projekt 16.000 Arbeiterinnen durch die Entwicklung fachlicher Kenntnisse für ihre Arbeit dabei unterstützt, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

2021 haben wir gemeinsam mit Microfinance Opportunities, einer amerikanischen NGO, und South Asian Network on Economic Modeling (SANEM), ihrem lokalen Partner in Bangladesch, dieses Projekt etabliert, um die Erfahrungen und Standpunkte der Arbeiterinnen besser zu verstehen und ihnen eine Stimme zu geben. Die Initiative wurde vom Garment Worker Diaries-Projekt in Bangladesch inspiriert.
Wir haben mit 400 Arbeiter
innen aus verschiedenen Fabriken in unserer Lieferkette zusammengearbeitet. Diese wurden über Netzwerke ausgewählt und erhielten für ihre Teilnahme am Projekt eine Bezahlung. Wir stellten ihnen über einen bestimmten Zeitraum wiederholt Fragen, um ihre Ansichten zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Löhnen, Boni und Sparmaßnahmen zu verstehen.

In Bangladesch müssen Fabriken Gremien bzw. Komitees einrichten, an denen Arbeiterinnen teilnehmen. Häufig sind diese Komitees jedoch nicht sehr effektiv.
Das Social Dialogue-Programm der Ethical Trading Initiative fördert seit 2016 die Teilnahme der Arbeiter
innen und unterstützt das Fabrikmanagement bei der effektiven und gesetzmäßigen Leitung der Komitees.

Das Programm schult die gewählten Arbeiter*innen und das Management in Bezug auf die wichtigsten Aspekte ihrer Rolle als Komiteemitglieder, über die Themen Arbeiterrechte, Beschwerdemanagement, Problemlösung, formelle Meetingverfahren, effektive Kommunikation und den Umgang mit sexueller Belästigung.

Weibliche Komiteemitglieder nehmen an einer speziellen Schulung teil. Darin werden Themen wie Mutterschaftsgeld, sexuelle Belästigung, Diskriminierung bei den Löhnen aber auch soziale Kompetenzen wie öffentliches Sprechen und Kommunikation behandelt. Frauen bekommen außerdem die Möglichkeit über die Sicherheit am Arbeitsplatz und auf dem täglichen Arbeitsweg zu sprechen. Viele Teilnehmerinnen berichten, dass sie sich durch die Schulung selbstbewusster im Umgang mit Konflikten auf der Arbeit und zu Hause fühlen.

Das 2018 von Carnstone für chinesische Arbeiterinnen implementierte Promising Futures-Programm möchte bei Arbeiterinnen und dem Fabrikmanagement für mehr Bewusstsein und Verständnis des komplexen chinesischen Sozialversicherungssystems sorgen. Es hilft den Menschen dabei, Zugang zu Sozialleistungen zu erhalten. Das Projekt nutzt die Social-Media-Plattform WeChat und webbasierte Materialien, um für mehr Bewusstsein zu sorgen und zu informieren. Zu den Online-Ressourcen gehören ein Rollenspiel und eine Website mit Informationen und praktischen Hinweisen zu Sozialleistungen in 13 chinesischen Provinzen, in denen Fabriken für Primark arbeiten. Wir investieren in zusätzliche Inhalte, um auch über die teilweise abweichenden Sozialversicherungsprozesse in anderen chinesischen Provinzen zu informieren.

Unsere 2018 als Pilotprojekt in China gestartete CIQ Worker-App hilft, HR-Praktiken zu verstehen, die Kommunikation zu verbessern und mehr Bewusstsein für Arbeiterrechte zu schaffen. Das Pilotprogramm führte zu transparenteren HR-Praktiken, besserer Kommunikation zwischen Management und Belegschaft und einem erhöhten Bewusstsein für Arbeitnehmerrechte. Über die App können Arbeiter*innen auch Beschwerden einreichen. Damit über die App gemeldete Beschwerden angemessen behandelt und gelöst werden können, unterstützen wir die Implementierung entsprechender Managementsysteme und -prozesse in den Fabriken.

Wir haben geholfen, spezielle Lernclubs in den Fabriken aufzusetzen, in denen Arbeiter*innen etwas über Arbeitsschutz, wichtige Arbeiterrechte und andere Kompetenzen erfahren. Die Clubs werden von sogenannten Worker Champions geleitet, die in einem zweitägigen Kurs die Fähigkeiten zur erfolgreichen Führung der Clubs erlernen und sich Wissen zum Thema Arbeitsschutz aneignen.

Worker Champions teilen über WeChat Lerninhalte, um ein gemeinsames Lernen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Dieses Projekt ist nicht geschlechtspezifisch ausgerichtet, umfasst aber bewusst Aspekte, die die Geschlechtergleichheit fördern. Einbezogen werden für die Frauen relevante Themen wie Geschlechterdiskriminierung, sexuelle Belästigung und der Schutz der Rechte von Arbeiterinnen. Außerdem informieren die Lernmodule über Arbeitsschutz und Einschränkungen am Arbeitsplatz, denen Frauen ausgesetzt sind.

Wir sind Partner des ILO Better Work-Programms, das in wichtigen Beschaffungsländern tätig ist. Es monitored Fabriken und hilft, hierarchieübergreifend Management und Arbeiter*innen zu schulen, um über sexuelle Belästigung aufzuklären und diese zu vermeiden.
Ein wichtiger Bestandteil des Better Work-Programms ist das Aufsetzen von Komitees auf Fabrikebene, um die Kommunikation zwischen Managern und Arbeitern zu fördern. Mindestens 50% der Mitglieder müssen Frauen sein. Sie werden ermutigt an den Komitees teilzunehemen, um ihnen dadurch eine Stimme zu geben. Ein spezielles Projekt unterstützt Frauen am Arbeitsplatz und hilft ihnen, Führungsqualitäten zu entwickeln. Das Programm hilft Frauen auch, gegen Widerstände von Familienmitgliedern bzgl. ihrer Teilnahmen an den Fabrikkomitees anzugehen.

STOP thematisiert sexuelle Belästigung und geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz. Das Projekt bietet seit 2019 Unterstützung und Schulung, um den Fabriken zu helfen, effektive Mechanismen aufzusetzen, um sexuelle Belästigung zu verhindern bzw. angemessen darauf zu reagieren. Unter „Geschlechtsspezifische Gewalt und sexuelle Belästigung“ erfahren Sie mehr über dieses Projekt.