Unsere Standards

Wir werden bessere Kaufentscheidungen möglich machen: Wir wollen Primark-Kunden die Möglichkeit geben, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen, und zwar zu einem Preis, den sie sich leisten können.
Unsere Standards – Primark Cares

Um dies zu erreichen, setzen wir auf Nachhaltigkeit in unseren eigenen Betrieben und in unseren Lieferketten. Außerdem ist es uns wichtig, dass jeder unseren nachhaltigen Ansatz sowohl bei den Produkten, die wir verkaufen, als auch in der Art und Weise wie wir unser Geschäft betreiben besser nachvollziehen kann.

Deshalb haben wir Richtlinien und Verfahren eingeführt, die sicherstellen, dass unsere Lieferanten unsere hohen Standards erfüllen. Außerdem werden wir so im Falle von Problemen oder Unklarheiten schnell auf diese aufmerksam gemacht.

Unser Verhaltenskodex

Unser Verhaltenskodex ist das Rückgrat unseres Ethical Trade and Environmental Sustainability Programme. Diese strengen Anforderungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Primark.

Wir sind zwar nicht Eigentümer der Fabriken, die die von uns verkauften Produkte herstellen, aber wir wählen unsere Kooperationspartner sehr sorgfältig aus und stimmen einer Zusammenarbeit nur zu, wenn sie den in unserem Verhaltenskodex festgelegten Standards gerecht werden. Diese Standards müssen an jedem Standort, der Produkte für Primark herstellt, eingehalten werden, und wir setzen strenge Verfahren ein, um deren Einhaltung zu überprüfen.

Der 13 Klauseln umfassende Verhaltenskodex behandelt verschiedene Themen, darunter unsere Nulltoleranz-Politik gegenüber Kinderarbeit und Bestechung, das Recht der Arbeitnehmer, eine Gewerkschaft zu gründen, und die Einhaltung von Höchstarbeitszeiten. Des Weiteren erwarten wir, dass jede Fabrik, die Primark beliefert, angemessene Umweltpraktiken anwendet.

Jede Fabrik muss vor Auftragserteilung von unserem Ethical Trade-Team überprüft werden, und wird nur dann zugelassen, wenn die geforderten Standards erfüllt werden. Nach der Genehmigung ist es die Aufgabe dieses Teams, das aus mehr als 130 Experten vor Ort in unseren wichtigsten Beschaffungsmärkten besteht, jedes Jahr rund 3.000 Sozialaudits durchzuführen und die laufende Einhaltung der Standards zu überwachen. In Zusammenarbeit mit sorgfältig ausgewählten Drittunternehmen überprüfen unsere Teams jede Fabrik mindestens einmal im Jahr, manchmal auch öfter, um zu kontrollieren, ob die internationalen Standards eingehalten werden. Falls Probleme auftreten, arbeitet das Team mit den Lieferanten und ihren Fabriken zusammen, um sie bei der Suche nach Lösungen zu unterstützen, Schulungen durchzuführen und gemeinsame Projekte zum Schutz und zur Förderung des Wohlergehens der Arbeiter ins Leben zu rufen.

Wir sind seit 2006 Mitglied der britischen Ethical Trading Initiative (Initiative für ethischen Handel, ETI) und genießen seit 2011 eine führende Stellung. Der ETI Base Code, der auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) basiert und ein international anerkannter Kodex für Arbeitspraktiken ist, bildet die Grundlage für den Primark Verhaltenskodex für Lieferanten.

Unser Engagement für die Umwelt

Der Weg zu einem nachhaltigeren Unternehmen ist eine Reise, und wir fangen nicht bei null an. Trotzdem wissen wir, dass wir noch viel mehr tun müssen, und dabei geht es vor allem darum, die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf unsere Erde zu reduzieren.

Wir beschäftigen ein Team von Experten für ökologische Nachhaltigkeit auf der ganzen Welt, die direkt mit unseren Lieferanten und deren Fabriken sowie mit externen Organisationen zusammenarbeiten.

Unsere Umwelt Policy erläutert unsere ökologischen Bestrebungen und skizzieren unser Engagement für Nachhaltigkeit. Sie beschreiben unsere Zielsetzung bezüglich einer nachhaltigeren Herstellung unserer Produkte. Dies umfasst die verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen, wie z. B. Baumwolle.

Wir legen Wert auf eine ehrliche, offene Kommunikation

Wir pflegen eine offene Unternehmenskultur und fördern eine effektive und ehrliche Kommunikation. Als Tochtergesellschaft von Associated British Foods Plc (ABF) haben wir deren Whistleblowing-Richtlinien übernommen, um allen, die Probleme bei Primark ansprechen möchten, eine Orientierungshilfe zu bieten. Dadurch wird sichergestellt, dass sie ihre Anliegen vertraulich äußern können, ohne Vergeltungsmaßnahmen oder negative Konsequenzen fürchten zu müssen. Darüber hinaus gibt es ein Unterstützungsprogramm, mit dem gewährleistet wird, dass Mitarbeiter Zugang zu verlässlichen Beschwerdemechanismen haben.

Wir wollen, dass sich unsere Mitarbeiter bei der Arbeit sicher fühlen

Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Im Jahr 2013 haben wir ein Programm für bauliche Integrität implementiert. So können wir potenzielle Risiken in Ländern erkennen, in denen die Baunormen nicht ordnungsgemäß umgesetzt werden. Diese Prüfungen von Fabrikgebäuden werden anhand länderspezifischer nationaler Normen durchgeführt.

Alle Fabriken der ersten und zweiten Ebene in Bangladesch, Pakistan und Myanmar werden rigorosen und umfassenden bautechnischen Untersuchungen unterzogen. Wenn dabei Mängel festgestellt werden, stehen wir den Fabriken gemeinsam mit einem Team von Hoch- und Tiefbauingenieuren internationaler Ingenieurbüros, darunter Mott MacDonald und Aecom, mit technischer Hilfe und Beratung zur Seite.

Weitere Informationen über die verschiedenen Standards, die wir in unserem Unternehmen und bei unseren Zulieferern durchsetzen, finden Sie weiter unten.

Identifizierung und Beseitigung von Risiken

Wir führen in unseren Geschäftsbereichen regelmäßig Due-Diligence-Analysen durch. Das von uns angewandte Verfahren basiert auf einem gründlichen Benchmarking und der Beratung mit Menschenrechtsorganisationen. Es folgt den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und dem OECD-Leitfaden für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten in der Bekleidungs- und Schuhwarenindustrie.

Unser Ansatz umfasst vier Hauptkomponenten:

1. LÄNDERRISIKOBEWERTUNGEN:

Mithilfe vorhandener externer Berichte und öffentlich zugänglicher, glaubwürdiger Informationsquellen bewerten wir jedes unserer Beschaffungsländer. Das beinhaltet eine politische, wirtschaftliche, soziale und rechtliche Analyse sowie eine Risikokartierung. Die Bewertungen berücksichtigen sowohl die Bekleidungs- und Schuhindustrie als auch andere Sektoren und Branchen. Dieses Vorgehen ermöglicht uns Folgendes:

  1. Ein umfassendes Bild der Risiken in jedem Land unserer Lieferketten zu bekommen, einschließlich einiger der größten Probleme, wie z. B. Zwangs- und Kinderarbeit.
  2. Die tiefer liegenden Ursachen dieser Risiken zu verstehen.
  3. Wichtige Interessensgruppen und Initiativen zu identifizieren, die sich mit diesen Themen befassen und mit denen wir zusammenarbeiten und von denen wir lernen können.

2. ANALYSE VON PRIMARK-INTERNEN DATEN:

Unsere lokalen Ethical Trade und Environmental Sustainability-Teams sind eine unserer wichtigsten Ressourcen – sie sind unsere „Augen und Ohren“ vor Ort. Unser Team besteht aus mehr als 130 lokalen Experten, die in unseren wichtigsten Beschaffungsländern tätig sind und aus verschiedenen Organisationen rekrutiert wurden, darunter andere Unternehmen, Entwicklungsorganisationen und die Zivilgesellschaft.

Die Teams sind für die Überwachung der Lieferketten zuständig und sollen sicherstellen, dass unsere Arbeitsplatzstandards und -richtlinien eingehalten werden, und sie sollen unsere Lieferketten dabei unterstützen, Risiken besser vorzubeugen und diese zu bewältigen. Sie können direkt mit den Arbeitnehmern in unseren Lieferketten und unseren externen Partnern und Experten vor Ort zusammenarbeiten.

Außerdem können wir auf Daten und Analysen von über 34.000 Audits zurückgreifen, die seit 2007 bei Lieferanten von Primark durchgeführt wurden und in unserer zentralen Audit-Datenbank gespeichert sind. **3.

3. KONSULTATION VON INTERESSENGRUPPEN:

Externe Interessengruppen können wichtige Informationen und Ratschläge liefern. Mit ihrer Hilfe können wir Risiken in unseren Lieferketten besser einschätzen, sie erkennen und herausfinden, welche Gruppen am ehesten gefährdet sind. Ihre Einblicke und ihr Wissen sind von unschätzbarem Wert.

Externe Interessengruppen sind auch bei der Entwicklung von Strategien und Ansätzen zur Vermeidung oder Lösung von Problemen behilflich. Zu den Interessengruppen können Gruppen der Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Regierungen, internationale Agenturen, zwischenstaatliche Einrichtungen, von mehreren Interessengruppen getragene Initiativen und Rechtsexperten gehören.

Wir sind aktives Mitglied verschiedener Industriekooperationen. Wir gehörten zu den Gründungsmitgliedern der ACT-Initiative für existenzsichernde Löhne im Jahr 2015, sind seit 2006 Mitglied der britischen Ethical Trading Initiative (ETI) und waren eine der ersten Marken, die nach dem Rana-Plaza-Unglück im Jahr 2013 den Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh (Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch) unterzeichneten.

Die Lebensbedingungen der Menschen, die unsere Produkte herstellen, liegen uns am Herzen. In den letzten zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Lieferanten hart daran gearbeitet, die Arbeitsbedingungen, die Behandlung der Arbeiter und die Bezahlung in den Fabriken, in denen wir produzieren, zu verbessern.

Wir beachten und unterstützen die Gesetzgebung zur Bekämpfung von Risiken in der Bekleidungsindustrie und befürworten derartige Maßnahmen. Wir haben an den Anhörungen der britischen Regierung zur Entwicklung des UK Modern Slavery Act 2015 teilgenommen und Feedback und Erkenntnisse aus unserem Programm bereitgestellt. Da das Vereinigte Königreich seine Strategie zur modernen Sklaverei im Jahr 2021 überarbeiten wird, werden wir auch zukünftig unsere Unterstützung anbieten und relevante Informationen bereitstellen.

Wir haben auch mit dem Umweltauditausschuss der britischen Regierung (Environmental Audit Committee) sowie mit dem Ausschuss des Ministeriums für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie (Department for Business, Energy and Industrial Strategy) und dem Ausschuss des Außenministeriums (Department of Foreign Affairs Committee) zusammengearbeitet, um deren Untersuchungen zu unterstützen und Schwerpunktbereiche zu ermitteln.

In der EU haben wir an Konsulationen über die Einführung verbindlicher Sorgfaltspflichten sowohl auf regionaler Ebene als auch in den Mitgliedstaaten mitgewirkt, und wir unterstützen die Bestrebungen zur Einführung entsprechender Vorschriften.

4. KONSULTATION DER RECHTSINHABER UND EINBEZIEHUNG DER ARBEITNEHMER:

Die Arbeitnehmer in den Lieferketten haben klar definierte Rechte, sind jedoch häufig von der Due-Diligence-Prüfung ausgeschlossen oder sehen sich mit Hindernissen konfrontiert, wenn es darum geht, ihrer Stimme und ihren Ansichten Gehör zu verschaffen. Wir haben vertrauensvolle Partnerschaften mit lokalen und regionalen Interessengruppen aufgebaut, die uns einen laufenden Einblick in die Bedürfnisse der Arbeitnehmer geben. Unsere Teams vor Ort stehen zudem in regelmäßigem Kontakt mit der Fabrikleitung und den Arbeitern. Dadurch erhalten wir nicht nur wichtiges Feedback über die dort bestehenden Herausfoerderungen und PRobleme, sondern auch über die Auswirkungen unserer Zusammenarbeit.

So haben wir beispielsweise nach der Covid-Pandemie gemeinsam mit Microfinance Opportunities, einer US-amerikanischen NRO, und SANEM, ihrem lokalen Partner in Bangladesch, ein sechsmonatiges Projekt namens Soromik er Kotha ins Leben gerufen, um mithilfe von Datenerhebung die Ansichten und Erfahrungen der Arbeiter am Arbeitsplatz zu erfassen. Das Projekt wurde nach dem Vorbild des Projekts Worker Diaries in Bangladesch konzipiert. Wir haben eine Stichprobe von 400 Arbeitern aus verschiedenen Fabriken in der Primark-Lieferkette ausgewählt, die alle über Community-Netzwerke rekrutiert wurden und für ihre Teilnahme an dem Projekt bezahlt wurden. In regelmäßigen Abständen haben wir ihre Antworten auf verschiedene Fragen erfasst, um ihre Ansichten in Bezug auf unterschiedliche Themen wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Lohnzahlungen und Prämien sowie Entlassungen zu erfahren. Unser Ziel ist es, mit dem Projekt wertvolle Daten und Erkenntnisse zu gewinnen, um die Herausforderungen, mit denen die Arbeitnehmer in Bangladesch konfrontiert sind, besser zu verstehen und auf sie reagieren zu können.